Vereinsgeschichte

Die Geschichte eines Vereins aufzuarbeiten und alle Personen, die die Entwicklung des Vereins geprägt haben, entsprechend zu würdigen, ist ein schwieriges Unterfangen. Dank der umfassenden Broschüre "50 Jahre ETV Oberägeri" von Maurus Nussbaumer und Karl Peter sowie den Erzählungen von Mitgliedern ist es dennoch möglich, eine Übersicht über die Entstehung des STV Oberägeri, so wie wir ihn heute kennen, zu erstellen.


 
Die erste Riege des Turnvereins: Josef Meier, Josef Nussbaumer, Hugo Wiest, Edy Nussbaumer, Viktor Äberli, Josef Beck, Martin Zentner, Rudolf Wünsch, Josef Meier, Paul Hardegger, Hans Rogenmoser, Josef Schuler, Xaver Rogenmoser und Albert Meier

Der Verein wird gegründet

"Auch wenn wir keine Turnhalle haben, und auch das nötige Gerät fehlt, wir wollen einen eigenen Turnverein in Oberägeri." Mit diesen Worten wurde am 11. Mai 1935 in Oberägeri ein Turnverein gegründet. Bereits damals wurde er dem eidgenössischen Turnverband ETV angeschlossen mit den Ratschlägen:

  1. Turnt der Gesundheit wegen
  2. Turnt fürs Vaterland
  3. Turnt für Euer geistiges und körperliches Wohlleben

Und so wurde als erster Präsident Martin Zentner gewählt. Joseph Meier wurde als Oberturner eingesetzt, Hugo Wiest war Aktuar, Hans Rogenmoser der Kassier, Kurt Stocker wurde der Vorturner, Pius Würsch hatte den Beisitz und für das Material wurde Albert Nussbaumer zuständig.

Zum Schluss wurde noch Geld gesammelt, "was einen netten Betrag von 17 Franken 20 in die Kasse ergab". Mit einem frohen Lied schloss die erste Versammlung.

Voller Tatendrang turnte die erste Riege im Restaurant Adler und führte mit dem ersten Präsidenten Martin Zentner nach nur einem halben Jahr ein erstes Turnerkränzli vor. Zu Beginn turnten in Oberägeri nur Männer. 1937 war dann erstmals eine Mädchenriege mit dabei.

Die Zeit des zweiten Weltkrieges hatte auch auf den Turnverein Auswirkungen. Mitglieder waren im Aktivdienst und das Militär belegte das Turnlokal im Adler. Auf der Suche nach Alternativen wurde eine Skiriege gegründet und der Verein nahm an verschiedenen Turnfesten teil. Am 29. Juli 1945 konnte das Kantonalturnfest in Oberägeri durchgeführt werden. Ernst Bay spendete zu diesem Anlass die erste Fahne für den Verein.

Turnfest 1945 in Oberägeri

Der Verein bekommt endlich eine Turnhalle

Und dann nahm der Verein richtig Fahrt auf. Eine Jugendriege wurde gegründet und eine Damenriege unter der Präsidentin Vreni Nussbaumer, "S' Schulehuus-Vreni",  kam hinzu. Bereits 1951 wurde diese in den Turnverein aufgenommen. Offizielles Gründungsdatum der aktuellen Damenriege war dann der 29. November 1958, nachdem sie zwischenzeitlich wieder aufgelöst wurde. Und neu durfte im "Bauernhof-Stall" (heute MUK) geturnt werden. Die Einrichtung finanzierte wiederum Ernst Bay, wofür er mit einer Ehrenmitgliedschaft geehrt wurde. 1954 wurde die erste Turnhalle als Bestandteil des Schulhauses Hofmatt erstellt, 1984 kam dann eine grosszügige Turnhalle in der Maienmatt hinzu.

Der Verein wächst

Immer mehr Anlässe fanden statt, neue Riegen wurden gegründet und Turnerinnen und Turner zeigten ihren Sportgeist.

Eidgenössisches Turnfest in Lausanne

1951 besuchte der ETV Oberägeri das eidgenössische Turnfest in Lausanne. 1958 stand dann die erste Turnfahrt, ein zweitägiger Ausflug ins Muothatal an. Und zum 25-jährigen Jubiläum organisierte der Verein unter der Leitung von Hugo Wiest das kantonale Turnfest, welches trotz des schlechten Wetterst problemlos über die Bühne ging. In dieser Zeit fanden auch immer wieder gegenseitige Freundschaftsbesuche mit dem TV Ortenberg in Hessen (DE) statt.

1970 wurde auf Initiative von Vreni Nussbaumer auch eine Mädchenriege gegründet. Sie zählte nach nur einem Jahr unter der Leitung von Magda Senti bereits 60 Mädchen.

Der Verein wird fester Bestanteil im Dorf

Max Gröflin wurde zum neuen Präsidenten des ETV gewählt. Am ersten Turn- und Sporttag für die Schuljugend 1975 beteiligten sich 102 Jungen und Mädchen. Das Abendprogramm diente als Ersatz für die früheren Turnerkränzli. Der Anlass war bis 1988 fester Bestandteil des Jahresprogramms.

Turnriege in den 80er-Jahren
 

Der Verein bekommt eine neue Fahne

1984 wurde eine neue Frauenriege mit Martha Müller als Präsidentin gegründet. Nur ein Jahr später konnte endlich die Turnhalle Maienmatt mit dem dazugehörigen Saal und den weiteren Räumlichkeiten eingeweiht werden. Mit einem Umzug durch das Dorf und einem Jubiläumsprogramm in der Maienmatt feierte der ETV Oberägeri am 28. September 1985 sein 50-jähriges Bestehen. Dabei wurde auch eine neue Vereinsfahne geweiht. Vreni Nussbaumer und Edy Iten wurden Fahnengotti, beziehungsweise -götti. Beim ersten "Mittefasten-Faustballturnier" der Männerriege wurde die Maienmatt gleich von Anfang an intensiv genutzt.

1987 gab der Verein seine erste Vereinszeitschrift "Das Vereinsblatt Turnverein Oberägeri" heraus. Der langjährige Redaktor Peter Riedmann ermöglichte so einen Einblick in die verschiedenen Riegen.

1991 organisierte der Turnverein einen kantonalen Jugitag mit zwölf OK-Mitgliedern rund um Jonny Meier und 80 weiteren Helfenden, die das gute Gelingen garantierten. Ein Jahr später feierte dann die Männerriege unter der Leitung von Leander Staub bereits ihr 50-jähriges Bestehen. Pfarrer Lukas Amryhn weihte zu diesem Anlass in der Sibrisbodenhütte in Unterägeri eine eigens dafür geschaffene MRO-Fahne. Ursi und Claire Henggeler gründeten die erste Geräte- und Gymnastikriege.

1994 organisierte die Männerriege mit Hilfe aller anderen Riegen den 13. Zentralschweizer Männerturntag. 390 Teilnehmer bestritten Einzel- und Sektionswettkämpfe in neun Kategorien. 1996 durfte dann die Frauenriege an einen Anlass in Bern. Und 1997 fand ein weiterer Jugitag in Oberägeri statt. Erneut begrüsste der OK-Präsident Jonny Meine und sein OK  700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

 

Der Verein braucht eine neue Struktur

Allgemeine Übung der Frauenriege 1996 in Bern

1993 strukturierte sich der Verein neu in einem Gesamtverein mit Vorstand, sowie fünf selbständigen Riegen mit jeweils eigenen Vorständen. Ebenfalls wurden dabei die Statuten angepasst. Als 1998 Rolf Wiickihalter Präsident des STV Oberägeri wurde, machte er sich erneut Gedanken zur Vereinsstruktur. Tatsächlich waren die bevorstehenden Jahre für den Turnverein schwierig. Die Mitgliederzahl, aber auch die Anzahl an Leiterinnen und Leitern sank. Daraufhin entwickelte der Vorstand 1999 die "Strategie 2000". Auch wurde entschieden, dass zukünftig das Turnerkränzli nur noch alle zwei Jahre stattfinden wird, um den Schwerpunkt wieder auf das Turnen und den Sport zu legen.


Turnfest in Basel 2002

2001 durfte der STV Oberägeri den 48. Zentralschweizer Nationalturntag ausrichten. Für die mustergültige Organisation erhielt der STV ein grosses Lob. Mit dem Ziel, der Bevölkerung von Oberägeri den Turnverein näher zu bringen, organisierte der Verein am 28. September 2002 zum ersten Mal das "Sportorama". Nebst sportlichen Spielen und Wettkämpfen fand ein Sponsorenlauf statt. Im gleichen Jahr reiste eine Gruppe des STV Oberägeri an das Turnfest in Basel.

2004 wurde die Dreifachhalle Hofmatt in Betrieb genommen. Sie bot ganz neue Möglichkeiten für das Angebot des STV Oberägeri. Das Angebot konnte ausgebaut und mehrere Riegen parallel geführt werden. Der Verein wurde neu als Gesamtverein mit drei selbstständigen Riegen, namentlich das Jugendturnen, die Aktivriege und die Frauen- und Männerriege, geführt.

Der Verein geht mit der Zeit

2005 eröffnete sich dem Turnverein die digitale Welt. Erstmals hatte der Verein seine eigene Internetseite www.stvoberaegeri.ch

Das Angebot für Kinder und Jugendliche wurde ausgebaut. So konnte 2006 ein Pfingstlager unter dem Motto "Sport, Spiel und Spass" für 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Frutigen im Berner Oberland durchgeführt werden. Das von Ruth Furrer geleitete Lager war ein grosser Erfolg, weshalb es zwei Jahre später erneut angeboten wurde. Im gleichen Jahr organisierte der STV Oberägeri auch den kantonalen Gerätecup in Oberägeri für rund 600 Kinder und Jugendliche. Zudem nahm der Verein das schon lange bestehende MUKI-Turnen in sein Programm auf.

Während Paul Iten 2005 zum neuen Präsidenten gewählt wurde, entstand während vier Jahren eine zeitgemässe Vereinsstruktur. Am "Gipfelitreffen" wurden alle Fragen zur Neustrukturierung mit einem einzigen Vorstand beantwortet und schliesslich an der GV im Februar 2009 abgesegnet. In den neuen Vorstand wurden Paul Iten, Ursula Hengeler, Ruth Furrer, Urs Henggeler und Martina Müller gewählt. Drei Ämter konnten nicht besetzt werden. 

Nach 90 Jahren steht der Sport und das Miteinander nach wie vor im Zentrum des STV Oberägeri. An der GV 2025 wurde nebst dem neuen Gesamtvorstand mit dem Präsidenten Stephan Henggeler auch eine Geschäftsstelle eingesetzt. So können sich die Leitenden des Erwachsenen- und des Jugendsports, sowie die vielen Riegenleitenden auf die Kernaufgabe des Turnvereins konzentrieren - den Sport.